Internetzugang an Schulen gesperrt

Der behördliche Beauftragte für Datenschutz und IT-Sicherheit der Stadt Stuttgart hat an rund 140 der 167 Stuttgarter Schulen in städtischer Trägerschaft den Internetzugang gesperrt. Die Schulen arbeiten noch auf dem Betriebssystem Windows XP, für welches Microsoft am 8. April den Support eingestellt hat.

Laut einem Bericht der Stuttgarter Zeitung hatte die Abteilung für Datenschutz und IT-Sicherheit die Stuttgarter Schulen umfassend über die Probleme mit Windows XP aufgeklärt. Aber erst als der Internetzugang  für die Verwaltungsrechner (nicht die Computer, an denen die Schüler lernen) gesperrt wurde, meldeten sich die Schulen.

WindowsXPHintergrund der Sperrung ist das nach dem Supportende von XP mit dem Wegfall regelmäßiger Updates verbundene Sicherheitsrisiko, für Schadprogramme anfälliger zu sein.

Auf Antrag konnte das Schulverwaltungsamt einen Aufschub der Sperrung bis 30. Juni erwirken. Aber auch die Einhaltung dieser Frist erschien nicht möglich. Die Schulen selbst hätten keinen Einfluss auf die Umstellung. Das Schulverwaltungsamt habe nun einen externen IT-Dienstleister beauftragt, damit die Umstellung auf Windows 7 beschleunigt werde. Eine Herausforderung sei es, einen Ersatz zu finden für die genutzten, alten Anwendungen, die mit neueren Windows-Versionen gar nicht kompatibel seien.

Inzwischen hat die Abteilung für Datenschutz und IT-Sicherheit beschlossen, die Verwaltungsrechner trotz der damit verbundenen Risiken für den Datenschutz am Netz zu lassen, um die Arbeitsfähigkeit der Schulverwaltungen zu gewährleisten.

Kostenpflichtiger Support als Lösung?

Die Umstellung auf Windows XP ist auch an anderen Stellen nicht vollzogen. Laut einem Bericht von heise online erhalten Behörden in Niedersachsen und Berlin, aber auch die Bundeswehr im Rahmen sog. Custom Support Agreements über das offizielle Supportende hinaus zahlungspflichtige Sicherheits-Updates von Microsoft. Auch die US-Steuerbehörde IRS soll nach einem Bericht der PC-Welt noch immer über 50.000 Rechner mit Windows XP nutzen. Die Kosten für diese Fortführung von Sicherheits-Updates werden auf bis zu 10 Millionen US-Dollar geschätzt.   Und die britische Regierung zahlt nach einem Bericht auf golem.de an Microsoft mehr als 6,5 Millionen Euro für eine einjährige Verlängerung von Sicherheitsupdates.

Fazit

Die mit der Einstellung des Supports für Windows XP gemachten Erfahrungen werden Spuren hinterlassen. Künftig, so bleibt für den Datenschutz zu hoffen, werden die erforderlichen Maßnahmen für eine erfolgreiche Umstellung früher ergriffen.

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